Steigende Energiepreise: Förderrichtlinie der Stadt soll Sportvereinen kurzfristig über die Runden helfen

29. September 2022 : Heizkosten werden auch für Nauener Spotvereine zum Problem. Am Dienstagabend trafen sich Bürgermeister Manuel Meger (LWN) in Kienberg mit Vertretern der Vereine, des Kreissportbundes (KSB) und des Landkreises, um sich über die Folgen des Energiepreisanstiegs bei Sportvereinen mit eigenen Liegenschaften zu informieren.

Heizkosten werden auch für Nauener Spotvereine zum Problem. Am Dienstagabend trafen sich Bürgermeister Manuel Meger (LWN) in Kienberg mit Vertretern der Vereine, des Kreissportbundes (KSB) und des Landkreises, um sich über die Folgen des Energiepreisanstiegs bei Sportvereinen mit eigenen Liegenschaften zu informieren.

Die „Hilferufe“ kamen zuerst vom Kienberger SV und vom VfL Nauen, und weitere Vereine werden sicher folgen, erläuterte Manuel Meger, der diesen Termin initiiert hatte. Am Abend konnten Vereine darstellen, wie sich die Kosten entwickelt haben, welche Folgen die Kostensteigerungen haben und wie sich die Vereine darauf einrichten. Bernd Gottlieb und Michael Reck vom Kienberger SV waren die Gastgeber im dortigen Vereinshauses, das derzeit auf Vordermann gebracht werden soll. Sie zeigten anhand einer Auflistung der Nebenkosten, wie stark die Preisschraube auf die Kosten des Vereins drückt. Über die ernste Lage sind sich auch Werner Übermuth und Ingo Mißmann vom VfL Nauen, dem größten Nauener Sportverein mit aktuell 415 Mitgliedern, bewusst. Zumal niemand vorhersagen kann, wohin die Preissteigerung noch führen wird.

Die Stadt Nauen will nun den Entwurf einer Förderrichtlinie in der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung am 5. Oktober bringen. Mit ihr sollen die Folgen des gravierenden Energiepreisanstiegs für Sportvereine oder sportnahe Vereine der Stadt Nauen zunächst kurzfristig abgemildert werden.

Laut Vorlage werden auch weitere Ziele verfolgt. So soll der Vereins- und Spielbetrieb sowie die Existenz der Vereine gesichert werden. Nicht zuletzt soll so die Lebensqualität und die Existenz des Breitensports gewährleistet werden, was auch für die Förderung der Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit gilt.

„Wenn wir die aktuelle Steigerung in der Gasrechnung für das alte und neue Vereinshaus in Nauen für das kommende Jahr hochrechnen, dann kommen wir auf jährliche Mehrkosten in Höhe von 5331 Euro“, rechnet der VfL-Vorsitzende Übermuth vor. Einsparpotenziale gebe es bei den Vereinen zwar auch – vor allem das Verhalten jedes Einzelnen trage derzeit dazu bei, den Energieverbrauch zu drücken. „Hier am Tisch sitzen Väter, die ihren Kindern den sparsamen Umgang mit Licht, Heizung und Wasser beibringen. Im Verein bedeutet dies, dass beim Verlassen der Kabine das Licht ausgemacht wird und unter der Dusche nicht stundenlang das Warmwasser läuft“, so der langjährige VfL-Trainer Ingo Mißmann. Anders sehe es beim Flutlicht aus. „Wenn das Flutlicht abends angeschaltet wird, dann muss es auch bis Trainingsende an bleiben.“ Übermuth ergänzte: "Seit 2018 haben wir alle Beleuchtungsmittel innen und außen mit LED-Leuchtmittel ausgetauscht.“ Hier habe man alles Machbare getan, und der Verein habe zudem sehr gute Sponsoringarbeit geleistet, aber man stoße derzeit an die Grenzen. „Wir wollen nicht jammern, aber die Entwicklung bereitet uns Sorge“, sagte er. „Wir haben in der Jahresplanung Verbindlichkeiten, wie die Bezahlung unseres neuen Vereinsheimes in der Ludwig-Jahn-Straße“, nannte Übermuth als Faktor. „Ohne die Mittel der Stadt könnten wir Dinge nicht am Laufen halten. Denn nur mit Mitgliederbeiträgen, Sponsoring etc. könnte der Verein nicht weitermachen.“ 

Andreas Zahn aus dem Fachbereich Bildung und Soziales hat sich hierzu Gedanken gemacht, als er die Hilferufe gehört hat und alsdann ein Programm entwickelt, wie man den Sportvereinen zumindest kurzfristig helfen kann. „Mit dem Programm für Sportvereine und sportnahe Vereine soll vermieden werden, dass Vereine in eine existenzbedrohende Schieflage kommen. Die Gespräche im Vorfeld haben gezeigt, dass es Handlungsbedarf gibt, denn viele Vereine bieten insbesondere Kindern und Jugendlichen aber auch älteren Sportlerinnen und Sportlern nicht nur Bewegung an. Das Vereinsleben ist viel mehr als ein Ort des Sports. In Vereinen wird gesellschaftliches Miteinander und Engagement gelebt, ganz unabhängig vom sozialen Status Einzelner“, erklärte er. So gebe es in Nauen Heimatvereine, die auch ein Sportprogramm anböten, denen dadurch hohe Kosten entstünden. „Diese Vereine würden dann auch durch unsere Richtlinie berücksichtigt, damit es in dem Verein so weitergeht wie bisher“, so Zahn. „Zuwendungen erhalten Vereine aus Nauen, und es muss nachgewiesen sein, dass es eine Sportorientierung gibt. Wichtig ist auch, dass es Liegenschaften gebe, die ausschließlich selbst genutzt werden.

Nachgewiesen werden müssen zudem Maßnahmen, die zur Energieeinsparung führen. Das können primär kurzfristig umsetzbare Maßnahmen sein wie Hinweisschilder an Türen zu befestigen, die dazu auffordern, die Lichtschalter korrekt zu betätigen oder Fenster zu schließen sowie Heizungen einstellen zu lassen. „Wichtig ist aber auch, dass der Antrag dann schriftlich an die Stadt Nauen gestellt werden muss“, sobald der Beschluss hoffentlich am nächsten Dienstag in der Stadtversammlung gefasst wird. Die Frist danach beträgt sechs Wochen. „Wir planen ein Budget in Höhe von 20.000 Euro. Eine Aufteilung der Mittel erfolgt danach prozentual nach Anzahl der Anträge“, erläuterte Zahn. Er betonte zudem, dass es sich bei dem Programm um eine Überbrückung handele und man hoffe, dass es künftig auch weitere Förderprogramme von anderer Stelle geben werde. Das Programm gelte, vorausgesetzt die Stadtverordneten beschließen es, zudem rückwirkend zum 1. Januar 2022. Dadurch könne man mit dem Beginn des Energiepreisanstiegs tatsächlich sicherstellen, dass zumindest die Finanzierung für 2022 gesichert sei.

Karsten Leege vom Kreissportbund (KSB) begrüßte die Initiative der Stadt. „Ein tolles Zeichen der Kommune, so schnell zu reagieren und kurzfristige Hilfe und finanzielle Mittel anzubieten – beispielhaft für andere Kommunen“, lobte der KSB-Geschäftsführer.

Manuel Meger, dem die Vielfalt und die Zukunft der Vereine besonders am Herzen liegt, zeigte sich trotz der Probleme durch die hohen Energiepreise zuversichtlich für die Zukunft. „Wir haben uns auf dem Wohlstandslevel immer weit oben bewegt. Es geht nicht mehr weiter nach oben. Irgendwann geht es auch mal wieder runter bis es sich dann irgendwo einpendelt.“

Der Entwurf der Förderrichtlinie ist auf der Homepage der Stadt und hier einsehbar. 

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