Allgemeines zu Neukammer

Lage

Neukammer liegt auf einer Höhe von 36 m über NHN etwa 2,5 km südwestlich von Nauen an der von Nauen nach Brandenburg an der Havel führenden Landesstraße 91.

Geschichte

Neukammer, in alten Schriftstücken als „Nikammer“ bezeichnet, wurde im Jahre 1348 von der Pest, dem so genannten Schwarzen Tod, heimgesucht und wurde zu einer Wüstung. Zwei Jahre später (1350) nahm die Stadt Nauen das unbewohnte Dorf mitsamt der Marienkirche an. Die Marienkirche stand nun inmitten verlassener Häuserruinen. 

Neukammer wurde ein bekannter Wallfahrtsort. Zwischen dem Domkapitel in Brandenburg und der Stadt Nauen entfachte ein heftiger Streit um die Opfereinkünfte. Nauen konnte diesen Streit 1358 im wesentlichen für sich entscheiden, der größte Teil des Geldes durfte hier verbleiben. Da nun die Opfereinkünfte für Domstift Brandenburg viel niedriger als erwartet ausfielen, zeigte die hohe Geistlichkeit weniger Interesse an dem Wallfahrtsort.

Im Jahre 1362 stellte der Bischof fest, dass die Kirche in Neukammer Gläubige aus der Marienkirche auf dem Harlunger Berg bei Brandenburg abzog. Als Konkurrenz nicht mehr bischöflich begünstigt, verlor die Kirche in Neukammer allmählich an opferwilligen Wallfahrern.

Mit der Reformation gab es schließlich für die Marienkirche in Neukammer kaum noch Interessenten und war dem Verfall preisgegeben. Mit kurfürstlicher Genehmigung wurde sie im 16 Jahrhundert abgetragen. Das Baumaterial wurde für die Errichtung von Vorwerksgebäuden verwendet. Seit dieser Zeit wird der Ortsteil nur noch als Neukammer erwähnt. Am 5. Mai 1697 wurde Neukammer ein Opfer der Flammen, anschließend jedoch wieder aufgebaut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem sich in Neukammer eine mit Luftwaffenhelfern (Oberschülern) aus Zwickau in Sachsen besetzte Scheinwerferstellung der Flak befand, wurden das Vorwerk und das dazugehörige Land in der Bodenreform enteignet und aufgeteilt. Der Bodenreform folgte die Gründung einer LPG vom Typ III und mit ihr riesige Schweinmastanlagen und Milchviehställe. Die Gebäude des Vorwerks wurden teils von der LPG, teils als Wohnhaus und als Kindergarten genutzt, viele jedoch wurden dem Verfall preisgegeben. Heute sind vom einstigen Vorwerk nur noch Reste zu finden.

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