Fahrgastverband PRO BAHN: Spendenaktion zur Finanzierung einer Machbarkeitsstudie Bahn-Halt in Groß Behnitz
Mit Wiederaufnahme des Bahn-Regionalverkehrs zwischen Rathenow und Berlin im Jahr 1998 gab es für viele Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Havelland eine böse Überraschung:
Der Bahnhof Groß Behnitz, vor den Bauarbeiten zum Ausbau der Strecke der aufkommensstärkste Halt zwischen Wustermark und Rathenow, konnte nicht mehr angefahren werden. Grund: Die elektrischen Züge konnten die Bahnsteige an den nicht elektrifizierten Bahnhofsgleisen an der sogenannten „Stammbahn“ nicht erreichen, sie nutzten die Hochgeschwindigkeitsstrecke, die in diesem Abschnitt 250km/h erlaubt. Auf Hochgeschwindigkeitsstrecken sind Bahnsteige nicht zulässig und ein Halt nicht möglich.
Die beiden anderen Halte in Buschow und Nennhausen hatten es besser: Die Strecke wurde dort auf einem niedrigeren Standard ausgebaut, die Hochgeschwindigkeitszüge nutzen in diesem Abschnitt die für 200km/h ausgebaute Stammbahn, mit Bahnsteigen für die beiden Orte. Der Ausbau der „Stammbahn“ zwischen Wustermark und Wolfsburg ist im westlichen Streckenabschnitt von Rathenow nach Wolfsburg bereits voll im Gange: Die Strecke wird elektrifiziert und teilweise zweigleisig ausgebaut. Der zweite Bauabschnitt wird dann den Ausbau der Stammbahn zwischen Wustermark und Rathenow umfassen, an dem auch der frühere Bahnhof Groß Behnitz liegt.
Eine örtliche Initiative betreibt eine Webseite zum Thema: www.naechster-halt-gross-behnitz.de
Eine Machbarkeitsstudie ist aber die Voraussetzung, dass das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn AG die Wiedereinrichtung eines Bahn-Halts in Groß Behnitz in Aussicht stellen können. Mit der Machbarkeitsstudie muss die Sinnhaftigkeit des Projekts nachgewiesen werden. Mit dem für Anfang der 2030er Jahre geplanten Ausbau der „Stammbahn“ - den derzeit nicht elektrifizierten Gleisen neben der Hochgeschwindigkeitsgleisen für Güter- und Regionalverkehr - kann Groß Behnitz wieder ans Netz kommen. Allerdings kann die Deutsche Bahn die Planungen mit Bahnsteigen in Groß Behnitz nur starten, wenn die Machbarkeitsstudie den Bedarf nachweist.
Die Finanzierung der Machbarkeitsstudie ist derzeit jedoch nicht mehr vorhanden, weil das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung in Potsdam seine Mitfinanzierungszusage zurückgezogen hat. Die Stadt Nauen kann den notwendigen Betrag von über 20.000 Euro allein nicht stemmen. Daher hat der Vorstand von PRO BAHN Berlin-Brandenburg e.V. beschlossen, für die Erstellung der Machbarkeitsstudie zur Wiedereinrichtung des Regionalverkehrshalts in Groß Behnitz eine Spendenaktion zu starten und die Spenden mit eigenen Mitteln zu ergänzen. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt, die Verwendung von Spenden und Eigenmitteln entspricht dem gemeinnützigen Vereinsziel, daher kann der PRO BAHN Landesverband Berlin Brandenburg Spendenbescheinigungen zur Vorlage beim Finanzamt ausstellen.
PRO BAHN kann und wird als Mit-Finanzierer auch die korrekte Erstellung der Machbarkeitsstudie aktiv begleiten.
Martin Pogatzki, Vorsitzender PRO BAHN LV Berlin-Brandenburg stellt fest: "Für Brandenburger Fahrgäste ist es ein Novum, dass sie sich über eigene Aktionen an den Vorbereitungen für die Planung eines Regionalbahnhofs beteiligen sollen, aber es erscheint in diesem Fall notwendig. Es gilt keine Zeit zu verlieren, wenn die Bahnsteige in Groß Behnitz Eingang in die Bahn-Planungen finden sollen. Haushaltsprobleme sind ein Hindernis, das es zu umschiffen gilt. Die Stadt Nauen ist finanziell selbst unter Druck und kann Aufgaben anderer politischer Ebenen nicht allein übernehmen. In dieser Situation wollen wir die Kräfte der Fahrgäste über eine Spendenaktion bündeln und auch mit eigenen Mitteln mithelfen, die Voraussetzungen für den Bahn-Halt zu schaffen."
Der Bürgermeister von Nauen, Dr. Wiebersinsky meint dazu: "Die Stadt Nauen braucht den zweiten Bahn-Halt im Stadtgebiet, um die südlichen Orte der Stadt und die Nachbarorte bis hin zur Havel, die zwischen Werder und Brandenburg keine Brücke aufweist, besser an den ÖPNV anzuschließen. Nicht zuletzt geht es darum, auch den Verkehr durch die Kernstadt Nauen zu entlasten und insgesamt die Transformation vom Individual-Verkehr hin zur Schiene attraktiv zu machen. Ich freue mich über das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, das PRO BAHN hier bündelt, um diese Zielsetzung für die gesamte Region zu unterstützen."
Alternative Verwendung der Mittel bei Problemen mit der vorgesehenen Verwendung
Sollten bei unserer Spendenaktion keine ausreichenden Mittel zufließen, werden wir die gespendeten Mittel einschließlich der für die Aktion gewidmeten Eigenmittel von PRO BAHN für Projekte einsetzen, die den Schienenverkehr in Brandenburg fördern, vorrangig solche mit Nutzen für das Havelland. So werden wir auch verfahren, sollte eine Machbarkeitsstudie aus welchen Gründen auch immer nicht durchführbar sein, oder sollten mehr Mittel zusammenkommen, als für die Machbarkeitsstudie benötigt werden. Eine Rückzahlung der Spende werden wir im Falle einer nicht innerhalb eines Jahres erstellten Machbarkeitsstudie leisten, wenn als Verwendungszweck „nur für Groß Behnitz“ vermerkt wird.
Jede Spende hilft, die notwendige Machbarkeitsstudie zu finanzieren und die Chance auf einen künftigen Regionalbahnhalt in Groß Behnitz zu sichern.
Spendenkonto: DE96 1009 0000 3135 0900 09
PRO BAHN Berlin-Brandenburg e.V. bei Berliner Volksbank eG
Verwendungszweck: „Spende Groß Behnitz“
Spendenbescheinigung werden ab einem Betrag von 300,- Euro verschickt, wenn PRO BAHN eine Anschrift mitgeteilt wird. Für kleinere Spenden gilt der Überweisungsbeleg als Nachweis für das Finanzamt. Wer ausschließlich für dieses Projekt spenden möchte, ergänzt den Verwendungszweck um „nur für Groß Behnitz“.
Jetzt mithelfen, damit Groß Behnitz bei den Bahnplanungen berücksichtigt werden kann.
Quelle: Fahrgastverband PRO BAHN Landesverband Berlin/Brandenburg e. V.
Weitere Informationen unter: https://naechster-halt-gross-behnitz.de/, https://www.pro-bahn-berlin-brandenburg.de/post/gro%C3%9F-behnitz
Stadt Nauen