„Erinnerung braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen“ – Gedenkstunde für die Opfer des einstigen KZ Börnicke
Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Gedenkstunde zählten neben Bürgermeister Dr. Michael Wiebersinsky unter anderem der Börnicker Ortsvorsteher Robert Pritzkow, die Superintendentin Dr. Sarah-Magdalena Kingreen, der Landtagsabgeordnete Johannes Funke sowie Birgitt Göbel vom Nauener Seniorenbeirat.
Ebenfalls anwesend waren Schülerinnen und Schüler des Geschichtskurses der 11. Jahrgangsstufe unter Leitung ihres Geschichtslehrers Steffen Graul-Egerland sowie die Schulleiterin des Goethe-Gymnasiums, Uta Reichel, und die stellvertretende Schulleiterin Anja Priewe. Auch der Leonardo-da-Vinci-Campus Nauen war in diesem Jahr erstmals mit einer Schülerdelegation vor Ort.
Die Gedenkreden hielten Ortsvorsteher Robert Pritzkow, die Schülerin Cécile vom Goethe-Gymnasium sowie Superintendentin Dr. Sarah-Magdalena Kingreen. In ihren Beiträgen erinnerten sie an das Leid der Opfer und mahnten zugleich zu Wachsamkeit gegenüber Ausgrenzung, Hass und Extremismus.
Bürgermeister Wiebersinsky würdigte in seiner Ansprache insbesondere das Engagement des Goethe-Gymnasiums sowie die Arbeit der seit Jahren bestehenden Arbeitsgruppe zur Erhaltung des Gedenksteins. „Erinnerung braucht Menschen, die sich engagieren, die hinschauen und Verantwortung übernehmen“, sagte Wiebersinsky. „Die Schülerinnen und Schüler zeigen mit ihrem Einsatz und ihrer Bereitschaft, sich mit der Geschichte dieses Ortes auseinanderzusetzen, dass Erinnerungskultur lebendig bleibt. Geschichte endet nicht im Unterricht – sie betrifft unsere Gegenwart und unsere Verantwortung für die Zukunft.“ Robert Pritzkow ergänzte: „Das Engagement der Schülerinnen und Schüler ist nicht selbstverständlich. Es zeigt, dass die Erinnerung lebt und von Generation zu Generation getragen werden kann und wird.“
Die Schülerin Cécile Manthee betonte in ihrer Gedenkrede: „Ein Gedenktag wie dieser ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit. Er ist auch ein Auftrag für die Gegenwart und die Zukunft. Wir erinnern uns daran, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind.“
„Heute stehen wir zusammen – heute, in einer Zeit, in der Hass wieder laut wird, in der Menschen ausgegrenzt, verachtet und gefährdet werden. Und wir wissen: Es hat damals klein angefangen. Auch 1933 waren es zunächst nur Ausgrenzung, nur Verachtung, nur Schweigen“, mahnte Superintendentin Dr. Sarah-Magdalena Kingreen.
Zum Abschluss der Veranstaltung wurden Gestecke am Gedenkstein niedergelegt, zwei Kerzen entzündet und der Opfer des einstigen KZ Börnicke in einer Schweigeminute gedacht. Bürgermeister Wiebersinsky dankte der Schulleitung, den Lehrkräften und insbesondere den Schülerinnen und Schülern des Geschichtskurses der 11. Jahrgangsstufe für ihren Beitrag zur Erinnerungskultur in Nauen. Als Zeichen der Anerkennung überreichte der Bürgermeister mehreren aktiv beteiligten Schülerinnen und Schülern kleine Präsente im Namen der Stadt Nauen, u.a. auch Josephine Fleischer sowie Anastasia Nagler, die am E-Piano und an der Geige für die musikalische Umrahmung der Gedenkstunde sorgten.
Stadt Nauen